P.A.R.T.Y. in der Uniklinik
Eindrucksvoller Blick hinter die Kulissen der Notfallmedizin
Im Rahmen des Präventionsprogramms P.A.R.T.Y. (Prevent Alcohol and Risk-related Trauma in Youth) besuchten Schülerinnen und Schüler des Schulsanitätsdienstes, des P-Seminars Ernährung, der Biologiekurse sowie der Goethe-Wald-Gruppe das Universitätsklinikum. Ziel des Programms ist es, junge Menschen für die Folgen von Unfällen und riskantem Verhalten zu sensibilisieren. Das abwechslungsreiche Programm umfasste unter anderem einen Besuch bei den Rettungshubschrauber, Einblicke in die Notaufnahme, die Intensiv- und Normalstation, den Rettungsdienst, die Physiotherapie sowie ein Gespräch mit einem ehemaligen Traumapatienten.
Die Schülerinnen und Schüler wurden zunächst in drei Gruppen aufgeteilt und durchliefen anschließend die verschiedenen Stationen. Bereits beim Rettungsdienst wurde deutlich, wie professionell und eingespielt die Arbeit der Einsatzkräfte ist. An einer realitätsnahen Übung spielte eine Schülerin ein Fahrradunfallopfer. Unter Anleitung der Rettungskräfte lernten die Teilnehmenden, wie Vitalwerte kontrolliert werden, ein Pulsoximeter und eine Blutdruckmanschette eingesetzt werden und wie verletzte Personen mithilfe einer Schaufeltrage schonend auf eine Trage umgelagert werden.
Anschließend ging es in den Schockraum der Notaufnahme. Dort erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die medizinische Ausstattung und durften zahlreiche Instrumente aus nächster Nähe kennenlernen – von Kanülen und Kathetern bis hin zu Beatmungsschläuchen und Intubationsmaterial. Die Mitarbeitenden erklärten anschaulich die Abläufe bei der Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten und beantworteten geduldig die vielen Fragen der Gruppe.
Besonders eindrucksvoll waren die Besuche auf der Intensiv- und der Normalstation. Auf der Intensivstation berichteten die behandelnden Ärzte über zwei Unfallpatienten, darunter ein älterer Mann mit einer schweren Halswirbelsäulenverletzung nach einem Fahrradunfall sowie ein Patient nach einem Verkehrsunfall. Auf der Normalstation hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit einem verunglückten Gleitschirmflieger ins Gespräch zu kommen und aus erster Hand zu erfahren, welche Folgen ein schwerer Unfall haben kann.
Nach der Mittagspause stand die Physiotherapie auf dem Programm. Dort konnten die Jugendlichen moderne Therapiegeräte selbst ausprobieren und erfuhren, welche wichtige Rolle die Rehabilitation nach schweren Verletzungen spielt.
Den emotionalen Abschluss bildete das Gespräch mit einem ehemaligen Traumapatienten, der bei einem Autounfall ein Bein verloren hatte. Offen und bewegend schilderte er seinen Lebensweg, die Herausforderungen nach dem Unfall und wie sich sein Alltag seitdem verändert hat. Seine Geschichte machte den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll bewusst, welche weitreichenden Folgen Unfälle haben können.
Die Exkursion hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Neben spannenden Einblicken in Bereiche eines Krankenhauses, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben, lernten die Schülerinnen und Schüler auch zahlreiche Berufsfelder im Gesundheitswesen kennen. Ärzte, Pflegekräfte und Rettungsdienstmitarbeitende nahmen sich viel Zeit für Fragen und vermittelten anschaulich, wie vielfältig und verantwortungsvoll ihre Arbeit ist. Die Veranstaltung war für alle Teilnehmenden eine wertvolle Erfahrung und verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung von Prävention, Verantwortung und Teamarbeit.