Wien, Wien, nur du allein...

Unser erster Austausch mit dem Wiener BernoulliGymnasium

Von 07. bis 12. Dezember durften zwölf LateinschülerInnen der 9. Jahrgangsstufe unserer Schule bei Gastfamilien in Wien wohnen und gemeinsam mit ihren Austauschpartnerinnen den Unterricht am BernoulliGymnasium besuchen. Neben dem Kennenlernen eines sich in einigen Punkten unterscheidenden Schulsystems und Unterrichtsablaufes standen das Kennenlernen der Gastfamilie und AustauschpartnerInnen sowie das Eintauchen in die Kultur der Stadt Wien auf dem Programm, gepaart mit einer vorweihnachtlichen Einstimmung. Dieser Aufenthalt wurde von ERASMUS+ finanziert. In der Woche vor den Osterferien kommen die Wiener Gastschüler zu uns nach Regensburg und dürfen sich auf ein mannigfaltiges Programm freuen.

Man stellt sich nun vielleicht die Frage, weshalb Lateinlernende einen Austausch mit Wien machen? Wien (Vindobona) und Regensburg (Castra Regina) waren in der Antike militärische „Zwillingsstädte“ am Donaulimes. Ihre Verbindung lässt sich auf drei Kernpunkte reduzieren:

• Strategische Bollwerke: Beide Städte waren bedeutende Legionslager. Während in Regensburg die Legio III Italica den nördlichsten Punkt der Donau sicherte, bewachte in Wien die Legio X Gemina den Übergang nach Osten.

• Kaiser Marc Aurel: Der Philosophenkaiser ist die zentrale historische Figur für beide Orte. Er gab den Befehl zum Ausbau des Steinlagers in Regensburg und verstarb 180 n. Chr. nach langjährigen Feldzügen höchstwahrscheinlich in Wien.

• Städtebau: Beide Altstädte basieren auf dem rechteckigen Grundriss des römischen Lagers. In Regensburg ist dies an der Porta Praetoria noch oberirdisch sichtbar, in Wien an den Grabungen am Michaelerplatz. Sie waren die High-Tech-Grenzstationen Roms, die durch dieselbe Militärverwaltung, dieselbe Architektur und denselben Kaiser geeint wurden.

(A. Dollinger)